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Die „Di-Frauen“ unterwegs zur Entfaltung der Sinne und des Denkens

Meine lieben Dienstagsfrauen, die da waren: Eleonore Ferino, Roswitha Vogt, Gisela Hartmann, Britta Barth, Ina Ader und 4 x Sigrid  - Vatter, Gärtner, Schinker, Lauw und ich beschlossen einen Tagesausflug nach Wiesbaden-Dotzheim zum Schloß Freudenberg zu machen.

Am 8. Juni trafen wir uns am Bahnhof Osthofen und fuhren in der 1. Klasse (in der 2. war nichts mehr frei) erstmal nach Mainz-Süd. Durch mehrmaliges Umsteigen von Zug und Bus, das wir natürlich souverän meisterten, landeten wir gegen 12.00 Uhr am Schloß Freudenberg. Dieses kleine Schloß, das übrigens bis ins Jahr 2062 fertig gestellt werden soll, bietet den Besuchern ein Erfahrungsfeld „vom Begreifen der Kunst zur Kunst  des Begreifens“. Kurzfristig schlossen wir uns einer kleinen Gruppe aus Speyer an, die eine private Führung gebucht hatte (Eine Führung mitzumachen, ist auf jeden Fall zu empfehlen). Der junge, barfüßige Mann zeigte und demonstrierte uns einige Dinge, an denen wir sonst verständnislos vorbeigegangen wären; z.B.  optische Täuschungen, die an der Decke hingen. Draußen im Park standen wir alle (17 Personen) auf einer runden, sich drehenden Platte, die zur Erde hin spitz zulief und balancierten hier drauf unser Gleichgewicht. Er zeigte uns den Summstein, einen Barfußrundweg im Wald mit sehr unterschiedlichen Untergründen; drinnen im Haus ließ er uns durch die Finsternis laufen. Dies ist ein dunkler Gang, in dem es absolut keinen Funken Licht gibt. Man geht einen engen Weg, bei dem sich ständig die Bodenbeschaffenheit und die sogenannten „Geländer“ ändern. Mal hatte man ein Seil in der Hand, mal eine Kette, mal einen Holzhandlauf oder es war eine Steinwand zu fühlen. Dann war plötzlich eine Treppe da oder man konnte die Richtung wählen. Allein dieser Finsternisweg war für alle eine sehr interessante Erfahrung mit unterschiedlichen Emotionen. An anderen Stationen unseres Rundwegs mußte gefühlt, an einigen gehört oder auch nur gerochen werden.          

Nach der Führung machten wir erst einmal eine kleine Pause (die letzte Flasche Sekt mußte doch noch getrunken werden). Danach teilten wir uns ungeplant auf und jeder schaute sich noch weiter um, was es denn noch so alles zu sehen bzw. erfahren gab. Die einen kamen mit Goethes Prismenfarbenlehre in Berührung oder waren immer wieder fasziniert von den Chladnischen Klangplatten. Diese Metallplatten stehen auf Pfosten in einem mit feinem Sand gefüllten Raum. Hier wird etwas Sand auf die Platte gerieselt und mit einem geigenbogenähnlichen Gerät an der Kante senkrecht nach unten gefahren. Der entstehende Ton bringt die Platte zum Schwingen und der Sand rutscht in feine Linien oder Bogen zusammen. Es können dann wunderschöne Muster entstehen.                         

Da wir ein super Wetter erwischt haben, konnten wir uns auch draußen prima verweilen. Einige von uns haben es mit dem Stelzen- oder Rollenlauf versucht. Da unser Gleichgewicht gut geschult ist, war es auch kein Problem, diese Aufgabe zu bewältigen. Auch der Barfußrundweg wurde durchmarschiert, sogar mit geschlossenen Augen. Das war eine ganz tolle Erfahrung. So hat jeder an unterschiedlichen Stationen interessante Erlebnisse gehabt.

Um 17.30 Uhr fuhren wir, vollgepumpt mit Sinneseindrücken, aber mit einem langsam sich leerenden Magen, wieder mit  Bussen und Zügen in Richtung Osthofen. So gegen 19.30 Uhr standen wir wieder auf Heimatboden; der direkte Weg führte uns in die Credence. Der Tisch war vorbestellt, das Essen wurde sehnlichst wie noch nie erwartet und dann auch voller Genuß verzehrt.

Um 22.00 Uhr beendeten wir unseren lustigen, interessanten, aufschlußreichen und schönen Tagesausflug und freuen uns auf eine nächste Fahrt im neuen Jahr, die eventuell sogar mit Übernachtung stattfinden soll.

 

Die Übungsleiterin                                                                             Bärbel Rogalla

letztes update:

07 Januar, 2012

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